Entwickler-Kosten für Arbeitgeber 2026: die echte Rechnung

Redaktion PHP-Entwickler gesucht Aktualisiert 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Ein Entwickler mit 5.500 Euro Bruttogehalt kostet den Arbeitgeber 2026 rund 6.660 Euro im Monat, weil etwa 21 Prozent Sozialversicherung hinzukommen. Im Jahr sind das knapp 80.000 Euro, mit Arbeitsplatz, Hardware und Weiterbildung eher 88.000 Euro. Pro produktiver Stunde ergibt das etwa 52 Euro, deutlich weniger als ein Freelancer mit 90 Euro.

Hand hält ein geöffnetes schwarzes Portemonnaie mit mehreren Euro-Banknoten
Foto: Santeri Viinamäki, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

66.000 Euro Jahresgehalt klingt nach einer klaren Zahl. Für den Arbeitgeber ist sie nur der Anfang. Allein die Sozialversicherung bringt 2026 rund 14.000 Euro obendrauf, und dann ist noch kein Laptop gekauft und keine Lizenz bezahlt.

Wer eine Entwicklerstelle plant oder sie mit einem Freelancer vergleicht, braucht deshalb die Vollkosten. Dieser Beitrag rechnet sie Schritt für Schritt vor, mit den Beitragssätzen und Grenzen von 2026.

Die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung 2026

Die Sozialversicherung wird grundsätzlich hälftig getragen, mit zwei Ausnahmen: Den Zusatzbeitrag der Krankenkasse teilen sich beide Seiten, und den Pflege-Zuschlag für Kinderlose zahlt nur der Arbeitnehmer.

ZweigGesamtsatz 2026Anteil ArbeitgeberBeitragsbemessungsgrenze
Rentenversicherung18,6 %9,3 %8.450 €/Monat
Arbeitslosenversicherung2,6 %1,3 %8.450 €/Monat
Krankenversicherung14,6 % + Ø 2,9 % Zusatzbeitrag7,3 % + 1,45 %5.812,50 €/Monat
Pflegeversicherung3,6 % (Kinderlose 4,2 %)1,8 %5.812,50 €/Monat
Summe unterhalb der Grenzen21,15 %

Die Werte stammen von der Deutschen Rentenversicherung und vom Bundesgesundheitsministerium. Der Zusatzbeitrag ist ein Durchschnitt, jede Krankenkasse legt ihren eigenen fest. Bei einer teureren Kasse steigt der Arbeitgeberanteil leicht.

Zusätzlich fallen Umlagen an: U1 für die Lohnfortzahlung bei Krankheit, die nur Betriebe mit bis zu 30 Beschäftigten zahlen, U2 für Mutterschaft und die Insolvenzgeldumlage. Die Sätze hängen teils von der Krankenkasse ab. Dazu kommt der Beitrag zur Berufsgenossenschaft, für Bürotätigkeiten meist gering.

Rechenbeispiel: 5.500 Euro brutto im Monat

5.500 Euro entsprechen ziemlich genau dem Median für PHP-Entwickler laut gehalt.de, der bei 5.518 Euro liegt. Das Gehalt liegt unter allen Beitragsbemessungsgrenzen, also gilt der volle Satz.

Arbeitgeberkosten bei 5.500 € Bruttogehalt im Monat (2026)
Bruttogehalt
5.500,00 €
Rentenversicherung 9,3 %
511,50 €
Arbeitslosenversicherung 1,3 %
71,50 €
Krankenversicherung 8,75 %
481,25 €
Pflegeversicherung 1,8 %
99,00 €
Kosten pro Monat (× 12 = 79.959 €)
6.663,25 €

Ohne Umlagen U1/U2, Insolvenzgeldumlage und Berufsgenossenschaft. Zusatzbeitrag mit dem Durchschnitt von 2,9 % gerechnet.

Im Jahr sind das 66.000 Euro Gehalt plus 13.959 Euro Sozialversicherung, zusammen 79.959 Euro. Wer Weihnachts- oder Urlaubsgeld zahlt, rechnet diese Beträge mit demselben Aufschlag dazu.

Was über die Sozialversicherung hinaus anfällt

Ein Entwickler braucht einen Arbeitsplatz, auch wenn er remote arbeitet. Die folgenden Posten sind je nach Firma sehr unterschiedlich. Ich nenne deshalb keine Durchschnittswerte, sondern die Posten, an die du denken solltest.

  • Hardware: Laptop, Monitore, eventuell ein zweites Gerät zum Testen
  • Software: IDE-Lizenzen, Zugänge zu Diensten wie Fehlertracking oder CI-Minuten
  • Arbeitsplatz: Bürofläche oder Zuschuss für das Homeoffice
  • Weiterbildung: Konferenzen, Bücher, Kurse
  • Recruiting: Anzeigen, eventuell Vermittler, und die Zeit des Teams in Gesprächen
  • Einarbeitung: die ersten Monate mit reduzierter Produktivität

Für das weitere Rechenbeispiel nehme ich pauschal 8.000 Euro im Jahr für Arbeitsplatz und Technik samt Weiterbildung an. Das ist eine Annahme, keine Statistik. Setz deine eigenen Werte ein. Damit liegen die Vollkosten bei 87.959 Euro im Jahr.

Was eine produktive Stunde kostet

Ein Jahr hat nicht 2.080 Arbeitsstunden, sondern deutlich weniger. Urlaub fällt weg. Feiertage und Krankheit ebenso. Die Kosten laufen weiter.

Kosten pro produktiver Stunde (Beispiel)
52 Wochen × 40 Stunden
2.080 h
minus Urlaub, Feiertage, Krankheit (50 Tage × 8 h)
−400 h
Verfügbare Stunden
1.680 h
Vollkosten pro Jahr
87.959 €
Kosten pro verfügbarer Stunde
52,36 €

Annahmen: 40-Stunden-Woche, 30 Urlaubstage, 10 Feiertage, 10 Krankheitstage. Sonstige Kosten pauschal 8.000 € pro Jahr.

Nicht jede verfügbare Stunde ist Programmierzeit. Meetings und Reviews gehören zur Arbeit, gerade in Teams. Rechnet man das ein, liegt die echte Stunde reiner Entwicklungsarbeit höher. Für einen Vergleich mit Freelancern ist die verfügbare Stunde trotzdem die faire Basis, denn auch Freelancer stellen Abstimmungen in Rechnung.

Die Kosten der Suche selbst

Ein Posten fehlt in fast jeder Planung: die Zeit, die die Einstellung kostet. Sie taucht in keiner Rechnung auf, weil sie aus den Arbeitsstunden des Teams bezahlt wird.

Ein grobes Beispiel mit Annahmen, die du anpassen solltest. Zwanzig Bewerbungen sichten, je zehn Minuten. Acht Erstgespräche à 30 Minuten mit einer Person. Vier Probeaufgaben bewerten, je eine Stunde. Drei technische Interviews à 90 Minuten mit zwei Leuten. Zusammen kommen so rund 20 Stunden Teamzeit zusammen, bei 52 Euro pro Stunde also gut 1.000 Euro, ohne Anzeigenkosten.

Teurer ist die Einarbeitung. Eine neue Person in einer gewachsenen Codebasis braucht Wochen, oft Monate, bis sie so schnell arbeitet wie das restliche Team. In dieser Zeit bindet sie außerdem Kollegen, die Fragen beantworten und Code reviewen. Wer eine Stelle zum ersten Mal besetzt, sollte das im ersten Jahr realistisch einplanen und nicht ab Tag eins volle Leistung erwarten.

Der teuerste Fall ist eine Fehlbesetzung. Dann zahlst du Suche und Einarbeitung zweimal. Eine Probezeit von bis zu sechs Monaten nach § 622 Abs. 3 BGB mit zwei Wochen Kündigungsfrist begrenzt den Schaden. Sorgfalt in der Auswahl ist trotzdem billiger.

Hohe Gehälter: warum der Aufschlag sinkt

Die Beitragsbemessungsgrenzen deckeln die Beiträge. Oberhalb von 5.812,50 Euro im Monat wachsen Kranken- und Pflegeversicherung nicht mehr mit, oberhalb von 8.450 Euro auch Rente und Arbeitslosenversicherung nicht. Für Senior-Gehälter sinkt der prozentuale Aufschlag deshalb.

Arbeitgeberanteil Sozialversicherung in Prozent vom Brutto (2026)
  1. 4.500 € brutto21,15 %
  2. 5.500 € brutto21,15 %
  3. 6.500 € brutto20,0 %
  4. 8.000 € brutto18,3 %

Eigene Berechnung mit den Sätzen und Grenzen 2026, Zusatzbeitrag 2,9 %, ohne Umlagen.

Ein Beispiel zum Nachrechnen: Bei 8.000 Euro im Monat zahlt der Arbeitgeber 744 Euro Rente, 104 Euro Arbeitslosenversicherung, 508,59 Euro Krankenversicherung und 104,63 Euro Pflege. Zusammen 1.461,22 Euro, also 18,3 Prozent. Wer mehr als 77.400 Euro im Jahr verdient, liegt außerdem über der Versicherungspflichtgrenze und kann in die private Krankenversicherung wechseln. Der Arbeitgeber zahlt dann einen Zuschuss statt des Beitrags.

Festanstellung oder Freelancer: wo liegt die Grenze?

Mit den Zahlen oben lässt sich eine einfache Schwelle bestimmen. Freiberufliche Softwareentwickler verlangen laut einer freelancermap-Auswertung vom September 2026 im Median 90 Euro netto pro Stunde, PHP liegt dort im selben Korridor. Die Vollkosten der Festanstellung im Beispiel betragen 87.959 Euro im Jahr.

Geteilt durch 90 Euro ergibt das knapp 980 Stunden. Brauchst du mehr als etwa 1.000 Stunden Entwicklungsarbeit im Jahr, also mehr als gut eine halbe Stelle, ist die Festanstellung bei reinen Kosten günstiger. Darunter kann ein Freelancer wirtschaftlicher sein, vor allem für klar abgegrenzte Aufgaben.

Die Rechnung ignoriert zwei Dinge, die in der Praxis viel wiegen. Eine fest angestellte Person sammelt Wissen über dein Produkt, das bleibt. Und sie braucht Monate, bis sie gefunden und eingearbeitet ist, während ein Freelancer oft innerhalb weniger Wochen startet. Mehr zu den Sätzen steht im Beitrag zum Stundensatz von PHP-Freelancern, zur Suche unter PHP-Freelancer finden.

Die dritte Option: ein externes Team

Manchmal ist weder eine einzelne Festanstellung noch ein Freelancer die passende Antwort. Etwa wenn du eine Anwendung dauerhaft betreiben musst, aber nicht genug Arbeit für ein eigenes Team von drei Leuten hast. Dann lohnt der Vergleich mit einem Dienstleister, der Entwicklung und Betrieb zusammen übernimmt, zum Beispiel einem Studio wie OnlineBuilders.

Der Vergleich sollte dann nicht Stundensatz gegen Gehalt sein, sondern Vollkosten gegen Vollkosten, inklusive Urlaubsvertretung und Bereitschaft. Und inklusive des Risikos, dass die einzige Person im Haus kündigt.

Nimm als Nächstes das Gehalt aus deiner Planung, setz es in die Tabelle oben ein und ergänze deine echten Kosten für Hardware und Weiterbildung. Falls du für das Gehalt noch keine Zahl hast: Die aktuellen Werte nach Erfahrung und Region stehen unter Gehalt von PHP-Entwicklern. Wie du danach passende Leute findest, beschreibt PHP-Entwickler finden.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung 2026?

Unterhalb der Beitragsbemessungsgrenzen sind es rund 21 Prozent des Bruttogehalts: 9,3 Prozent Rente, 1,3 Prozent Arbeitslosenversicherung, 7,3 Prozent Krankenversicherung plus die Hälfte des Zusatzbeitrags und 1,8 Prozent Pflege. Dazu kommen Umlagen und die Berufsgenossenschaft.

Wird der Arbeitgeberanteil bei hohen Gehältern kleiner?

Prozentual ja. Oberhalb von 5.812,50 Euro im Monat steigen die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung nicht mehr, oberhalb von 8.450 Euro auch die zur Renten- und Arbeitslosenversicherung nicht. Bei 8.000 Euro brutto liegt der Arbeitgeberanteil deshalb bei gut 18 Prozent.

Gilt die Rechnung auch für Sachsen?

Fast. In Sachsen tragen Arbeitnehmer einen höheren Anteil der Pflegeversicherung, der Arbeitgeber entsprechend einen niedrigeren. Der Unterschied liegt bei einem halben Prozentpunkt des Bruttogehalts.

Was kostet die Einstellung selbst?

Neben dem Gehalt fallen Kosten für Anzeigen, eventuell eine Vermittlerprovision und vor allem Zeit an: für Gespräche, Probeaufgaben und Einarbeitung. Diese Kosten sind schwer zu beziffern, werden aber oft unterschätzt, gerade die Monate, bis eine neue Person voll produktiv ist.